Erzieher werden - interessante Fakten

Die Berufsbezeichnung "Erzieher" steht für pädagogisch ausgebildete Fachkräfte, die mit Kindern, aber auch mit Jugendlichen, behinderten Menschen und Erwachsenen, im beruflichen Alltag zusammenarbeiten werden. In Deutschland ist das Verhältnis an weiblichen und männlichen Erziehern noch sehr unausgeglichen: Der Anteil an männlichen Erziehern liegt derzeit immer noch unter 10 Prozent.

Erzieher werden - Zugangsvoraussetzung und Ausbildung

Die Erzieherausbildung unterliegt keinen einheitlichen Vorschriften in Deutschland, sondern die Bundesländer können individuell entscheiden. Trotzdem gilt: Ist eine Ausbildung positiv abgeschlossen, wird diese in ganz Deutschland gleichermaßen anerkannt. Das deutsche Gesetz regelt die Zugangsvoraussetzungen: Ein mittlerer Bildungsabschluss sowie Vorkenntnisse in einem sozialen Beruf muss der zukünftige Erzieher vorweisen können, um an einer Fachschule aufgenommen zu werden. Unterschiede finden sich bei deren Auslegung: So sind es unterschiedliche Schulformen die besucht werden mussten. Manche Fachschulen schreiben auch die Noten für bestimmte Fächer vor. Auch die vorzuweisenden beruflichen Vorkenntnisse sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Deswegen gilt: In jedem Fall vorab umfangreich bei den zuständigen Ausbildungsstätten informieren, wenn eine Ausbildung zum Erzieher angestrebt wird. Zuständig sind ebenso die Kultusministerien der jeweiligen Bundesländer. Die Ausbildungszeit selbst beträgt je nach Vorbildung und Bundesland zwischen zwei bis fünf Jahren in einer der betreffenden Fachschulen. Teilweise ist es möglich, durch zusätzliche Unterrichtseinheiten, die Fachhochschulreife oder auch das Abitur erfolgreich mitzumachen. Ausbildungsverkürzungen, Wiederholung eines Schuljahres und Ausbildungsverlängerung — jedes Bundesland hat dafür seine eigenen Vorschriften.

Besondere Fähigkeiten eines Erziehers

Diese Voraussetzungen sollte ein Erzieher mitbringen: Wichtig, das Interesse an anderen Menschen im allgemeinen und eine gute Teamfähigkeit. Erzieher müssen nicht nur gut mit Kindern zusammenarbeiten und auskommen können, sondern auch als Vermittler oder Berater erfolgreich tätig werden. Dies vor allem, wenn es sich dabei um Gespräche mit Eltern beziehungsweise anderen Erziehern und/oder Behörden handelt. Interesse in den Bereichen Psychologie, Pädagogik und Soziologie sind ein weiterer wichtiger Aspekt. Auch die Fähigkeit zur Reflexion gehören dazu, denn das eigene Handeln muss stets nachvollziehbar und immer wieder hinterfragt werden. Dies ist nicht nur in der Ausbildungszeit für einen Erzieher wichtig, sondern vor allem im anschließenden Berufsalltag. Die Eigenschaften, wie belastbar, flexibel und an Neuerungen interessiert, sollten bei zukünftigen Erziehern vorhanden sein. Ausgebildete Erzieher stehen einem großen Arbeitspensum und vielfältigen Anforderungen gegenüber, deswegen ist es wichtig, mit Stress gut umgehen zu können. Entspannungsübungen helfen, die eigene Gesundheit in stressigen Zeiten zu unterstützen und immer wieder frisch und gut erholt in die Arbeit losstarten zu können.

Lohnt es sich beim derzeitigen Arbeitsmarkt Erzieher zu werden?

Dies kann eindeutig mit einem Ja beantwortet werden. Die Gründe dafür sind vielfältig: Zum einen gilt seit dem Jahre 2013 das Gesetz, dass jedes Kind, welches das 1. Lebensjahr vollendet hat, einen rechtlichen Anspruch auf einen öffentlichen Betreuungsplatz hat. Ein zweites Kriterium bildet das Alter vieler derzeit tätigen Personen. Das heißt, in den nächsten Jahren werden viele Plätze von Fachkräften, die in Rente gehen, zur Verfügung stehen. Auch die vielseitige Einsatzmöglichkeiten von gut ausgebildetem Personal — Kinderkrippen, Schulhorte, Heime und viele Freizeiteinrichtungen — sorgt für eine große Auswahl an freien Plätzen für Erzieher/innen. Aufgepasst: Männer als Erzieher sind sehr gefragt; viele Kampagnen versuchen bereits, das Interesse von Männern an einer Ausbildung zum Erzieher zu wecken.

Erzieherausbildung — und dann?

Ist die Ausbildung als Pädagogin beziehungsweise Pädagoge erfolgreich abgeschlossen, sollte der Arbeitsplatz den eigenen Vorlieben entsprechen. Eine umfangreiche Auswahl sorgt dabei für zahlreiche Möglichkeiten: Die benötigte Anzahl an Erziehern in einer Kinderkrippe sind drastisch gestiegen. Hier sollte der Erzieher gerne mit Kindern im Alter von sechs Monaten bis zu drei Jahren arbeiten. Die Voraussetzungen eines Erziehers sind hier ganz andere, als in einem Kindergarten, wo die Kinder ein Alter von vier bis sechs Jahren haben. Des Weiteren stehen diverse Varianten der Betreuung von Kindern und Jugendlichen in Internaten, Hotels, Krankenhäuser und Therapie-Zentren sowie auch in privaten Haushalten nach einer Erzieherausbildung zur Auswahl.

Interesse an einer Erzieherausbildung?

Dann finden sich hier kurz zusammengefasst die Aufnahmekriterien noch etwas genauer: Vorab, keine Schule ist verpflichtet, den Bewerber aufzunehmen. Des Weiteren verfügt jede Schule über das Recht, eigene Kriterien aufzustellen, die der Bewerber erfüllen muss, um eine Erzieherausbildung zu erhalten. Trotzdem hilft es immer, einen ordentlichen Lebenslauf samt Motivationsschreiben vorzubereiten. In diesem sollten möglichst fehlerfrei und umfassend die persönlichen Beweggründe (warum Sie Erzieher werden möchten) zusammengefasst sein. In einem persönlichen Vorstellungsgespräch können Sie gegebenenfalls nochmals dazu Stellung nehmen und Ihre Bewerbung positiv unterstreichen. Auch ein Eignungstest kann Voraussetzung für die Aufnahme sein. Steht die gewünschte Schule in Verbindung mit einer privaten oder kirchlichen Einrichtung? Dann aufpassen, viele Bewerber werden allein aufgrund einer anderen Konfession abgelehnt.

Unsicher, ob Sie die Voraussetzungen hinsichtlich der geforderten Vorausbildung für Ihr Bundesland erfüllen? Der Bildungsserver ist eine gute Anlaufstelle, um sich zu informieren und offene Fragen — hinsichtlich Erzieher werden — zu beantworten. Wir bieten ebenfalls, im weiteren Verlauf dieser Seite, ein Schulverzeichnis mit Informationen zu den geforderten Zugangsvoraussetzungen in den verschiedenen Bundesländern. Vielleicht hilft dieses bei der Beantwortung manch offener Fragen. Übrigens: Auch Abiturienten, welche eine längere Praxiserfahrung in einer sozialpädagogischen Einrichtung nachweisen können, haben die Möglichkeit zu einer Erzieherausbildung zugelassen zu werden. Die Fachschule beziehungsweise Fachakademie prüft jeden Aufnahmeantrag einzeln; je besser die Unterlagen zusammengestellt und ausgearbeitet wurden, umso höher ist die Chance zur Einladung zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch.

Erzieher, was nun?

Ausgebildete Erzieher/innen haben die Möglichkeit zur Weiter- und Fortbildung in einem umfangreichen Ausmaß. Unterschieden wird zwischen Spezialisierung und Aufstieg, das heißt: Bei der Spezialisierung möchte der Erzieher bereits gelernte Grundlagen vertiefen. Das Angebot umfasst dabei eine breite Palette und reicht von Pädagogik allgemein, über Entwicklungspsychologie bis zur optimalen Zusammenarbeit mit Eltern und anderen Erziehern. Bei der Fortbildung, um sich beruflich zu verändern, finden sich ebenso zahlreiche Angebote, wie zum Beispiel als Betriebswirt/in für Sozialwesen, die jeweils mit der Ausstellung einer Zertifikation abgeschlossen werden.

Die Entscheidung, ein Erzieher werden, ist also von verschiedenen Faktoren abhängig; hat sich der geneigte Interessent jedoch dazu entschlossen, stellt Erzieher einen sehr abwechslungsreichen und interessanten Beruf dar. Die guten Veränderungs- und Aufstiegsmöglichkeiten in der weiteren beruflichen Laufbahn sorgen dafür, dass keine Langeweile im beruflichen Alltag entsteht.

24.08.2016 | 1609 Aufrufe